Aktuell

Wir befinden uns gerade in der Umbaupause und bereiten die nächste Ausstellung vor. Detaillierte Informationen, ab wann wir wieder für Euch geöffnet haben und wen wir als nächstes bei uns begrüßen dürfen, findet Ihr in unserer Vorschau.

04. bis 18. November 2022

BL□CK

Wie füllt man einen Raum maximal aus und lässt ihn gleichzeitig leer? Welche Räume wirken aktivierend, fordern uns sogar zu Handlungen auf und gibt es Räume, die selbst handeln? Eine Antwort auf diese und andere Fragen können Sie vom 04. bis zum 18. November in der immersiven Rauminstallation BL□CK von Lukas Fries im nachtspeicher23 am eigenen Körper erfahren.

Transparente, mit Luft gefüllte Quader füllen dreidimensional und dicht aneinandergedrängt den Raum, lassen ihn zugleich überfüllt und doch leer erscheinen. Wer den Raum betreten möchte, muss die körperliche Auseinandersetzung mit der Rauminstallation suchen, begehbare Zwischenräume finden und in Kommunikation mit anderen Besucher*innen treten, um vorwärts kommen zu können. Erklärtes Ziel des Künstlers ist es, die Zugänglichkeit von Kulturorten haptisch erfahrbar zu machen. Nach wie vor gibt es zahlreiche ökonomische, soziale sowie kulturelle Hemmnisse, welche die Zugänglichkeit von Kulturorten erschweren. Seit 2020 ist noch ein ganz besonderer Faktor hinzugekommen: Maßnahmen des „Social Distancing“ zur Eindämmung der Corona-Pandemie „blockierten“ den Besuch von Kulturinstitutionen über Monate hinweg, noch heute wahren wir zu Mitmenschen Sicherheitsabstände, agieren mit Kassenpersonal durch Plexiglasscheiben und Spuckschutze. Diese Kunst jedoch darf berührt werden, sie muss es sogar, denn erst in der Interaktion der Besucher*innen mit den Objekten vervollständigt sich die Installation. Der Gang in die innere Leere lohnt sich genauso, wie der beobachtende Blick von außen durch das große Schaufenster.

Lukas Fries arbeitet im Spannungsfeld zwischen bildender und darstellender Kunst. Als freier Szenograf interessiert er sich insbesondere für das Verhältnis von Mensch und Raum. Immer wieder spielt er mit Fragen nach Performativität und dem Handlungspotenzial von Dingen.

Die Ausstellung ist der letzte Teil des diesjährigen Jahresprogramms zum Thema Der Palast ist leer. im nachtspeicher23 e.V.. Nachdem in den beiden vergangenen Jahren die Paläste der Kultur (Museen, Galerien, Theater, Kinos, Clubs…) immer wieder verschlossen bleiben mussten und angesichts der gestiegenen Preise und ausbleibenden Besucher*innen teilweise gar nicht mehr öffneten, wollten wir von den Künstler*innen erfahren, welche Utopien es nun zu realisieren gilt. Was sollen die Werte sein, nach denen wir im Morgen leben und wie sollte ein neuer Palast gestaltet sein? In Berlin werden alte Paläste abgerissen, um an derselben Stelle neue Schlösser aufzubauen, doch das Motto „weiter so“ hat die diesjährigen Künstler*innen im nachtspeicher23 nicht überzeugt. In 10 regulären und zwei Sonderausstellungen versammelten sich 2022 insgesamt 23 künstlerische Einzel- und Gruppenpositionen, um aufzuzeigen, welche Symbole und Verhaltensmuster abgeschafft, welche Geschichten (weiter-)erzählt und welche Zukunftsfragen beantwortet werden müssen. Lukas Fries reiht sich ein in die Position, dass unsere Gesellschaft aus den Erfahrungen der letzten Jahre lernen sollte, um andere Räume des Miteinanders und der Kommunikation zu schaffen.

Lukas Fries wurde 1992 in Karlsruhe geboren. Er studierte bildende Kunst mit Schwerpunkt Bühnenraum an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Neben freien Raumarbeiten und Installationen realisierte er bereits während seines Studiums Räume für Produktionen in den Bereichen Schauspiel, Musiktheater und Performance, unter anderem am Thalia Theater Hamburg, Staatstheater Braunschweig, Theater Osnabrück sowie auf Kampnagel in Hamburg.

Ausstellungen u.a.:
2021 „Konstrukte“, Galerie Raum linksrechts
         „Unauffälligkeiten“, Orgelfabrik Karlsruhe
2020 „akward reality“, HFBK Hamburg
          „Graduate Show“, HFBK Hamburg

2020 wurde sein Bühnenbild für das Stück 2IKI.Radikalmensch“ am Theater Osnabrück, welches zum Festival Radikal Jung des Volkstheaters München und den Mülheimer Theatertagen eingeladen wurde, im Rahmen der Kritiker:innenumfrage der „theater heute“ zum Bühnenbild des Jahres nominiert.
Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Fotos der Vernissage

Ausstellungsansichten